Kommunikation als Grundprinzip der Gesellschaft

„Der Journalist“ lud kürzlich zu einem Medien-Get-Together in die VKB in Linz ein. Michael Fleischhacker stellte sein Baby „nzz.at“ vor, das diese Woche online ging. Die neue Plattform sorgte unter den Chefredakteuren am Podium und beim Publikum gleichermaßen für Diskussionen.  Während sich die Medienwelt, gefühlt und häufig auch gelebt,  noch immer in die zwei Welten „Print“ und „Online“ zu trennen scheint, lebt die Leserschaft  längst parallel in beiden. Tatsache ist, dass sich viele Medien derzeit im Stadium des Experimentierens befinden. Damit haben sie mit PR Agenturen vieles gemeinsam. Einige praktizieren nach dem Prinzip „I was zwoar net wo i hin wü, dafür bin i schneller dort“ andere verharren in den alten Strukturen.

Bei all den Argumenten für oder gegen Online – und letztlich reden wir von neuen Businessmodellen – die Medien werden vielleicht das Verhalten der Rezipienten verändern, sicher aber nicht deren Bedürfnisse  nach Unterhaltung, Information, Orientierung und Aufklärung. Wir alle sollten dafür sorgen, dass die Kommunikation weiterhin als elementares Grundprinzip einer funktionierenden Gesellschaft verstanden wird.  Und dass die neuen Geschäftsmodelle sich an diesem Prinzip orientieren.

Denn eine Überlegung aus der gestrigen Diskussion beschäftigt mich schon noch immer:  Weder Medien noch PR Agenturen können über die Menschen bestimmen, für die sie ihre Produkte produzieren und Dienstleistungen anbieten. Die Konsumenten lassen sich nicht sagen, was sie wie und wann lesen sollen – und wenn sie das richtig machen, ja nur dann würden sie das Produkt wirklich verstehen. Welch eine Hybris einer gesamten Branche.

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